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Wie viel bar Druck muss Deine Brunnenpumpe haben?

Wie viel bar Druck Deine Brunnenpumpe haben sollte, kann nicht pauschal beantwortet werden. Denn der Druck wird unter anderem von dem Druck in Deinen Wasserleitungen bestimmt. Mit anderen Worten. Jeder muss selbst den richtigen Druck in bar für die Brunnenpumpe ausrechnen.

 

Wovon hängt der Druck in bar einer Brunnenpumpe ab?

Bevor Du eine solche Pumpe einbaust, muss der benötigte und zur Verfügung stehende Wasserdruck berechnet werden. Damit die sie richtig funktioniert, muss dafür im Vorfeld die

  • Förderhöhe,
  • Fördermenge,
  • Ansaughöhe berechnet werden.

Das Ergebnis ist der Pumpendruck der Brunnenpumpe in bar. Dieser verrät Dir, mit wie viel Druck in bar die Brunnenpumpe das Wasser bis zur Entnahmestelle fördert. Dabei ist zu hoher Druck genauso ärgerlich, wie zu wenig.

 

brunnenpumpe wieviel bar

Woran liegt ein zu hoher Pumpendruck?

In den meisten Fällen wurde die Berechnung der Förderhöhe vernachlässigt. Um diese korrekt zu berechnen, musst Du die Entfernung zur Entnahmestelle, unter Berücksichtigung der Rohrreibung und Höhe, in Verbindung bringen.

Liegt die Entnahmestelle beispielsweise 30 Meter weit von der Brunnenpumpe entfernt und beträgt die zu überwindende Höhe 4 Meter, gilt: Pro Meter Saug- und Druckhöhe benötigt eine Brunnenpumpe 0,1 bar.

Daraus ergibt sich ein Druckverlust von 0,4 bar + 3 bar = 3,4 bar.

Möchtest Du aber an Deiner Entnahmestelle wenigstens 4 bar Druck haben, kannst Du die Frage nach „wie viel Bar Druck die Brunnenpumpe benötigt“ wie folgt beantworten: Es müssen 7,4 bar Druck sein.

 

Was sind die Folgen, wenn die Pumpe zu viel bar Druck hat?

Ist der Druck der Brunnenpumpe zu hoch, schießt Dir an der Entnahmestelle das Wasser nur so entgegen. Ein dauerhaft zu hoher Pumpendruck birgt aber die Gefahr, dass die Zuleitungen der Pumpe Schaden nehmen. Sie können platzen oder reißen. Generell sollte der Druck für den dauerhaften Einsatz einer dieser Pumpe nur 80 % des Maximaldrucks entsprechen.

 

Was kannst Du tun, wenn die Brunnenpumpe zu viel bar Druck hat?

Du kannst die Brunnenpumpe auch dann betreiben, wenn Druck in bar zu hoch ist. Dafür benötigst Du:

  • Einen Druckminderer

Der Druckminderer sorgt dafür, dass ein bestimmter Druckwert an der Entnahmestelle nicht überschritten wird. Dieser kann aber nur dann eingebaut werden, wenn die Brunnenpumpe über eine Abschaltautomatik verfügt. Denn auch zu wenig Druck schadet Deiner Pumpe. Dazu aber noch später.

  • Einen Druckschalter

Der Druckschalter sorgt für die Abschaltung der Pumpe bei zu niedrigem Druck in bar. Dies funktioniert aber übrigens auch bei zu hohem Druck. Generell stellst Du bei einem Druckschalter immer einen bestimmten Wasserdruck ein. Wird dieser von der Pumpe erreicht, wird das Gerät gestoppt. Ein Druckschalter kann aber nur dann eingebaut werden, wenn die Brunnenpumpe über einen Trockenlaufschutz verfügt.

 

Wie wird der richtige Druck für eine Brunnenpumpe berechnet?

Damit an der Entnahmestelle nicht zu wenig Druck anliegt, ist ein Mindestdruck notwendig. Neben der Reibung benötigst Du für die Berechnung des Drucks in bar zusätzlich:

  • Die Tiefe des Wasserspiegels
  • Die Höhe der Wasserentnahmestelle

Am effektivsten arbeitet eine Brunnenpumpe mit 70 bis 80 % ihres Maximaldrucks. Soll der gewünschte Druck der Brunnenpumpe bei 4 bar liegen und befindet sich der Grundwasserspiegel in 20 Metern Tiefe und befindet sich Zapfstelle bei 2 Metern Höhe bedeutet dies:

  • Förderhöhe: 22 m mit daraus resultierendem Druckverlust von 2,2 bar
  • Reibungsverluste: 30 % von 2,2, Ergebnis ca. 0,7 bar
  • Benötigter Druck: 6,9 bar
  • 20 % Reserve: knapp 1,4 bar

Für einen Druck von 4 bar muss der maximale Pumpendruck bei 8,3 bar liegen.

Allgemeine Einbaufehler

Nicht nur die fehlerhafte Berechnung des Maximaldrucks kann die Ursache für zu wenig Druck in bar bei einer Brunnenpumpe sein. Auch Einbaufehler können hierfür ursächlich sein:

  • Die Pumpe hängt nicht tief genug im Wasser.
  • Eine Dichtung oder Verschraubung ist undicht und das System saugt Luft.
  • Der Saugschlauch wurde nicht sauber verlegt und ist irgendwo geknickt.

 

Wenn eine bereits verbaute Brunnenpumpe plötzlich zu wenig Druck in bar hat

Weist plötzlich eine bereits verbaute Brunnenpumpe zu wenig Druck in bar auf, solltest Du folgende Punkte überprüfen:

  • Befindet sich Luft im System? Die Ursache hierin liegt vermutlich in einem undichten Saugschlauch oder einer undichten Dichtung.
  • Selbst Verschraubungen können sich lösen und Luft ins System einlassen. Überprüfe alle Teile und dichte diese mit Hanf oder Teflonband ab.
  • Hat sich die Ansaughöhe verändert? Das ist beispielsweise der Fall, wenn eine neue Zapfstelle verwendet wird.
  • Ist der Brunnen verschmutzt? Oder ist die Ansaugleitung verschmutzt oder verstopft? In diesem Fall muss der komplette Pumpenschacht von Schlamm und Schmutz gereinigt werden.
  • Ist die Wassertiefe wegen zu wenig Niederschlägen abgesunken? Die Tiefbrunnenpumpe zieht dann mehr Luft als Wasser.

 

Wie viel Druck in bar eine Brunnenpumpe benötigt, hängt von der Einbausituation ab.

Möchtest Du eine Brunnenpumpe kaufen, musst Du auf den Pumpendruck achten. Denn von diesem hängt ab, mit wie viel Druck in bar das Wasser von der Brunnenpumpe zur Entnahmestelle befördert wird. Je nach Einbautiefe, Höhe der Entnahmestelle und Strecke der Rohrleitungen ist der Druck immer unterschiedlich. Daher solltest Du ihn immer genau berechnen. Denn nichts ist ärgerlicher als eine Brunnenpumpe mit zu wenig oder zu viel Druck in bar.


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