Skip to main content

Wenn Deine Tiefbrunnenpumpe zu wenig Druck hat

Hast Du eine Tiefbrunnenpumpe in Deinem Garten verbaut und kämpfst mit zu wenig Druck? Wurde beim Einbau der Anlage alles beachtet? Oder handelt es sich um eine bereits verbaute Tiefpumpe, die nach jahrelanger Arbeit einen plötzlichen Druckabfall aufweist? Folgende Ursachen gibt es.

 

Berechnung des richtigen Drucks einer neuen Tiefbrunnenpumpe

Damit an der Entnahmestelle die Tiefbrunnenpumpe nicht zu wenig Druck hat, ist ein Mindestdruck notwendig. Der Druck wird bei allen Pumpen in bar angegeben. Mit jedem Meter Förderhöhe (Abstand von der Tiefbrunnenpumpe bis zur Zapfstelle), nimmt er um 0,1 bar ab.

Weitere Faktoren, die den Druck beeinflussen, sind die Reibung, Rückflussverhinderer oder Bögen. Für die Druckberechnung benötigst Du zusätzlich:

Am effektivsten arbeitet eine Tiefdruckpumpe mit 70 bis 80 % ihres Höhendrucks. Soll der gewünschte Druck beispielsweise 4 bar sein und der Grundwasserspiegel liegt bei 20 Metern und die Zapfstelle bei 2 Metern Höhe bedeutet dies:

  • Förderhöhe: 22 m mit daraus resultierendem Druckverlust von 2,2 bar
  • Reibungsverluste: 30 % von 2,2, Ergebnis ca. 0,7 bar
  • Benötigter Druck: 6,9 bar
  • 20 % Reserve: knapp 1,4 bar

Für einen Druck von 4 bar muss der maximale Pumpendruck bei 8,3 bar liegen.

 

Tiefbrunnenpumpe zu wenig Druck

Allgemeine Einbaufehler

Nicht nur die fehlerhafte Berechnung des Maximaldrucks kann die Ursache für zu wenig Druck bei einer Tiefbrunnenpumpe sein. Auch allgemeine Einbaufehler sind möglich. Diese können sein:

  • Die Tiefbrunnenpumpe hängt nicht weit genug im Wasser.
  • Eine Dichtung oder Verschraubung ist undicht und es kommt Luft in das System.
  • Der Saugschlauch wurde nicht sauber verlegt und weist irgendwo einen Knick auf.

 

Bereits verbaute Tiefbrunnenpumpe hat zu wenig Druck

Ist mit einem Mal eine bereits verbaute Tiefbrunnenpumpe von zu wenig Druck betroffen, obwohl sie jahrelang eine gute Arbeit geleistet hat? Diese Punkte sollten überprüft werden:

  • Es befindet sich Luft im System. Die Ursache hierin liegt vermutlich in einem undichten Saugschlauch. Diesen gilt es zu überprüfen und gegebenenfalls auszutauschen.
  • Auch über undichte Verschraubungen im Bereich von eingebauten Rückschlagventilen kann Luft in das System gelangen und dazu führen, dass die Tiefbrunnenpumpe zu wenig Druck hat.
  • Überprüfe alle Verschraubungen und dichte diese mit Hanf oder Teflonband ab.
  • Die Ansaughöhe hat sich verändert, da beispielsweise eine neue Zapfstelle benutzt wird.
  • Der Tiefbrunnen ist verschmutzt und die Ansaugleitung ist verschmutzt oder gar verstopft. In diesem Fall muss der komplette Pumpenschacht von Schlamm und Schmutz gereinigt werden.
  • Die Wassertiefe ist aufgrund geringer Niederschläge abgesunken. Die Tiefbrunnenpumpe befindet sich nicht mehr richtig unter Wasser und zieht mehr Luft als Wasser.

Brunnen reinigen

Vor allem Schlag- oder Schachtbrunnen können von Verschlammung betroffen sein. Dies kann mitunter ein Grund für zu wenig Druck der Tiefbrunnenpumpe sein. Zur Entschlammung der Brunnensohle und Filterrohre gibt es unterschiedliche Methoden.

  • Bei einem Schachtbrunnen musst Du vor jedem Spülvorgang den Schlamm oder das Laub mit einer Schaufel herausholen.
  • Verrohrte Brunnen können nur durch mehrere Spülmethoden gereinigt werden.

Das Ziel bei der Brunnenreinigung durch Spülen ist allgemein die Verdünnung der Verschmutzung, damit diese mit einer leistungsstarken Schmutzwasserpumpe abgepumpt werden kann.

 

Zu wenig Druck der Tiefbrunnenpumpe lässt sich meist beheben

Nicht immer bedeutet zu wenig Druck bei einer Tiefbrunnenpumpe deren Defekt. Handelt es sich um ein altes System, solltest Du überprüfen, ob irgendwo Luft hineingelangen kann. Oder ob der Brunnen verdeckt ist. Bei einem erst neu errichteten System liegt in vielen Fällen ein Einbaufehler vor. Dieser lässt sich aber auch beheben und Du kannst den Tiefbrunnen wie gewohnt nutzen.


Ähnliche Beiträge