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Schlammpumpe: Ein unverzichtbares Werkzeug für spezielle Anforderungen

Eine Schlammpumpe ist ein robustes Gerät, das speziell für das Fördern von Schlämmen entwickelt wurde. In diesem Artikel erklären wir, was eine Schlammpumpe ist und wofür Du sie brauchst. Wir erläutern, wie sie funktioniert und worin sie sich von einer Tiefbrunnenpumpe unterscheidet. Außerdem geben wir Tipps, worauf Du beim Kauf achten solltest, und stellen Alternativen vor.

 

Was ist eine Schlammpumpe?

Eine Schlammpumpe ist eine spezielle Pumpe, die für das Fördern von schlammigen und abrasiven Flüssigkeiten verwendet wird. Diese Pumpen sind besonders widerstandsfähig und können sogar große Mengen an Feststoffen transportieren. Typische Einsatzgebiete sind Bauwesen, Bergbau und Abwasserbehandlung.

Schlammpumpen bestehen aus besonders robusten Materialien, um den hohen Anforderungen standzuhalten. Daher werden das Gehäuse und die Laufräder meist aus Hartmetall oder verschleißfestem Gummi gefertigt.

 

Schlammpumpe

Eigenschaften einer Schlammpumpe

  • Hohe Verschleißfestigkeit
  • Fähigkeit, große Feststoffpartikel zu fördern
  • Robuste Bauweise

 

Wofür brauchst Du eine Schlammpumpe?

Schlammpumpen kommen in verschiedenen Bereichen zum Einsatz. So werden sie beispielsweise verwendet, um Klärschlamm abzupumpen, oder um Baustellen zu entwässern. Aber auch im Bergbau zur Förderung von Erzschlämmen.

 

Typische Einsatzgebiete für Schlammpumpen:

  • Überflutungen: Schlammpumpen können überflutete Keller oder andere Bereiche und Flächen leerpumpen. Diese Eigenschaft ist besonders nach starken Regenfällen oder bei Hochwasserereignissen willkommen.
  • Baugruben trockenlegen: Gleiches gilt für den Einsatz in Baugruben, die etwa nach einem starken Regenguss vollgelaufen sind. Oder bei denen das Grundwasser nach oben drückt.
  • Bergbau: Im Bergbau werden Schlammpumpen eingesetzt, um Erzschlämme zu transportieren. Diese Pumpen können die abrasiven und feststoffreichen Flüssigkeiten effizient fördern, was den Abbauprozess unterstützt.
  • Abwasserbehandlung: In Kläranlagen bewegen Schlammpumpen Schlämme und andere feste Abfallstoffe. Oftmals sind die Pumpen extra mit speziellen Schneidwerken ausgestattet, um größere Feststoffe zu zerkleinern.
  • Industrielle Anwendungen: Schlammpumpen werden auch in verschiedenen industriellen Prozessen, wo schlammige oder stark verschmutzte Flüssigkeiten transportiert werden müssen, genutzt.

 

Wie funktioniert eine Schlammpumpe?

Schlammpumpen arbeiten nach einem einfachen Prinzip: Sie saugen die schlammige Flüssigkeit an und drücken sie durch ein Rohrsystem. Hierzu gibt es unterschiedliche Bauweisen, darunter Kreiselpumpen, Kolbenpumpen und Membranpumpen.

 

Funktionsweise im Detail

  1. Kreiselpumpen: Kreiselpumpen bewegen Flüssigkeiten mittels Zentrifugalkraft. Wird die Pumpe aktiviert, dreht sich das Laufrad im Inneren der Pumpe. Diese Drehbewegung erzeugt die erforderlichen Zentrifugalkräfte, welche die Flüssigkeit vom Zentrum des Laufrads nach außen drücken. Anschließend wird die Flüssigkeit in die Rohrleitung gepumpt. Kreiselpumpen sind besonders effektiv bei großen Flüssigkeitsmengen. Sie können auch Feststoffpartikel bis zu knapp 50 mm problemlos fördern.
  2. Kolbenpumpen: Kolbenpumpen arbeiten mit einem oszillierenden Kolben, der in einem Zylinder auf und ab bewegt wird. Während der Abwärtsbewegung des Kolbens wird die schlammige Flüssigkeit in die Pumpe gesaugt. Bei der Aufwärtsbewegung wird die Flüssigkeit durch ein Ventilsystem aus der Pumpe gedrückt. Kolbenpumpen sind sehr effizient beim Fördern von Flüssigkeiten mit hohem Feststoffanteil und können hohen Druck aufbauen. Deshalb sind sie ideal für tiefe Bohrlöcher. Sie können Feststoffe bis zu einer Größe von etwa 20 mm transportieren.
  3. Membranpumpen: Membranpumpen nutzen eine flexible Membran, die durch mechanische oder hydraulische Kräfte bewegt wird. Durch die Bewegung wird ein Unterdruck erzeugt, der die Flüssigkeit in die Pumpe saugt. Sobald die Membran in die entgegengesetzte Richtung bewegt wird, wird die Flüssigkeit aus der Pumpe herausgedrückt. Membranpumpen sind besonders gut für den Umgang mit stark abrasiven und viskosen Flüssigkeiten. Sie können Feststoffpartikel bis zu einer Größe von etwa 25 mm transportieren.

 

Was ist der Unterschied zwischen einer Schlammpumpe und einer Tiefbrunnenpumpe?

Schlammpumpen und Tiefbrunnenpumpen sind für unterschiedliche Anwendungen konzipiert und haben daher verschiedene Konstruktionsmerkmale und Einsatzgebiete.

 

Tiefbrunnenpumpen

Eine Tiefbrunnenpumpe ist speziell für das Fördern von klarem Wasser aus großen Tiefen entwickelt worden. Deswegen werden sie auch in tiefen Brunnen verbaut. Die Hauptmerkmale von Tiefbrunnenpumpen sind:

  • Einsatzgebiet: Trinkwassergewinnung, Bewässerungssysteme, und die Versorgung von Haushalten mit sauberem Wasser.
  • Design: Schlankes, langes Gehäuse, das in enge Brunnenrohre passt.
  • Förderhöhe: Hohe Förderhöhe und Druckkapazität, um Wasser aus Tiefen von bis zu 300 Metern oder mehr zu fördern.
  • Feststoffhandling: Nicht für das Handling von schlammigen oder abrasiven Flüssigkeiten geeignet.

 

Schlammpumpen

Im Gegensatz dazu ist eine Schlammpumpe für das Fördern von schlammigen, abrasiven Flüssigkeiten ausgelegt. Diese Pumpen sind robust gebaut und können große Mengen an Feststoffen transportieren. Die Hauptmerkmale von Schlammpumpen sind:

  • Einsatzgebiet: Bauwesen, Bergbau, Abwasserbehandlung und andere industrielle Anwendungen, bei denen schlammige oder stark verschmutzte Flüssigkeiten gefördert werden müssen.
  • Design: Robustes Gehäuse aus verschleißfesten Materialien wie Hartmetall oder Gummi, um den abrasiven Bedingungen standzuhalten.
  • Förderhöhe: Geringere Förderhöhe im Vergleich zu Tiefbrunnenpumpen, aber dafür hohe Fördermengen.
  • Feststoffhandling: Kann Feststoffpartikel bis zu einer Größe von etwa 50 mm fördern.

 

Worauf musst Du beim Kauf einer Schlammpumpe achten?

Um die passende Schlammpumpe für Dein Projekt zu finden, solltest du mehrere Kaufkriterien beachten. Die wichtigsten davon sind:

 

1. Fördermenge

Die Fördermenge gibt an, wie viel Flüssigkeit die Pumpe in einer bestimmten Zeitspanne bewegen kann. Diese wird üblicherweise in Litern pro Minute (l/min) oder Kubikmetern pro Stunde (m³/h) angegeben.

Wie bestimmst Du die richtige Fördermenge?

Die Fördermenge hängt vom Einsatzbereich ab:

  • Bauarbeiten: Wenn Du eine Baugrube trockenlegen musst, benötigst Du eine Pumpe mit hoher Fördermenge, um große Mengen an Wasser und Schlamm effizient abzupumpen.
  • Abwasserbehandlung: Bei der Behandlung von Abwasser in Kläranlagen muss die Pumpe kontinuierlich große Mengen an Schlamm bewegen können.
  • Überflutungen: Bei der Entwässerung von überfluteten Kellern solltest Du ebenfalls eine hohe Fördermenge wählen, um die betroffenen Bereiche schnell trocken zu legen.

Beispielrechnung:

Wenn Du eine Fläche von 100 Quadratmetern mit einer Wasserhöhe von 0,5 Metern trockenlegen musst, ergibt dies ein Volumen von 50 Kubikmetern Wasser. Eine Pumpe mit einer Fördermenge von 10 m³/h hätte das Wasser nach 5 Stunden abgepumpt.

 

2. Maximaler Feststoffanteil

Die maximale Korngröße beschreibt die Größe der Feststoffpartikel, die die Pumpe ohne Verstopfung fördern kann. Für den Einsatz in der Bauindustrie sollte die Pumpe Feststoffe bis zu einer Größe von etwa 50 mm fördern können.

 

3. Material und Verarbeitung

Das Material der Schlammpumpe spielt eine wesentliche Rolle für ihre Langlebigkeit und Beständigkeit gegenüber abrasiven Flüssigkeiten. Wichtige Komponenten wie das Pumpenlaufrad und das Gehäuse sollten aus robusten Materialien wie Hartmetall oder verschleißfestem Gummi bestehen.

Beispiel: Wenn Du eine Pumpe für stark abrasive Schlämme benötigst, ist eine Pumpe mit verschleißfesten Materialien wie Hartmetall sinnvoll.

 

4. Robustes Gehäuse

Ein robustes Gehäuse schützt die Pumpe vor äußeren Einflüssen und erhöht ihre Langlebigkeit. Besonders gut geeignet sind Materialien wie Edelstahl, da dieser rostfrei ist und in der Regel eine lange Lebensdauer garantiert.

 

5. Maximale Förderhöhe

Die maximale Förderhöhe gibt an, bis zu welcher Höhe die Pumpe das Wasser fördern kann. Dies ist besonders wichtig, wenn das Wasser oder der Schlamm aus großen Tiefen gepumpt werden muss. Die benötigte Förderhöhe hängt von den spezifischen Anwendungen ab:

  • Tiefenbrunnen: Wenn Du Wasser aus einem tiefen Brunnen fördern möchtest, benötigst Du eine Pumpe mit einer hohen Förderhöhe, die bis zum Wasserspiegel des Brunnens reicht.
  • Baugruben und Kellerräume: Für das Abpumpen von Wasser aus Baugruben oder Kellerräumen, die tiefer liegen, brauchst Du ebenfalls eine hohe Förderhöhe. Vor allem wenn das Wasser von einem tiefer gelegenen Bereich zu einem höher gelegenen Abfluss gepumpt werden muss.

Beispiel: Wenn Du Wasser aus einer 20 Meter tiefen Baugrube pumpen musst, muss die maximale Förderhöhe mindestens 20 Meter betragen.

 

6. Integrierter Schwimmerschalter oder Sensor

Ein integrierter Schwimmerschalter oder Sensor erlaubt Dir eine automatische Steuerung der Pumpe. Dies ist besonders praktisch, da die Pumpe so selbstständig ein- und ausschaltet, sobald ein bestimmter Wasserstand erreicht ist. Zugleich schützt das den Motor vor dem Trockenlaufen.

 

7. Energiequelle

Überlege, ob Du eine elektrisch betriebene Pumpe oder eine benzinbetriebene Pumpe brauchst. Elektrische Pumpen sind leiser und umweltfreundlicher, während benzinbetriebene Pumpen unabhängig von einer Stromquelle arbeiten und daher flexibler einsetzbar sind.

 

Gibt es Alternativen zu Schlammpumpen?

Obwohl eine Schlammpumpe für viele Anwendungen wie das Fördern von schlammigen und abrasiven Flüssigkeiten im Bauwesen, Bergbau und in der Abwasserbehandlung ideal ist, gibt es Situationen, in denen sie nicht die beste Wahl ist. In solchen Fällen können alternative Pumpentypen wie Hochdruckpumpen, Membranpumpen oder Tauchpumpen geeigneter sein. Und dennoch ist eine Schlammpumpe ein unverzichtbares Werkzeug, welches je nach Situation nützliche Dienste erweisen kann.


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