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Feinsandfilter für den Brunnen

Der Feinsandfilter für Brunnen schützt in sandigen Regionen vor einem zu schnellen Verschleiß der Brunnenpumpen. Feinsandfilter sind übrigens die ältesten Filtersysteme weltweit. Sie imitieren den Durchtritt von Oberflächenwasser durch die Erdschichten, wobei die Kleinstpartikel in den Zwischenräumen des Filtermediums zurückgehalten werden.

 

Was ist Feinsand?

Charakteristisch für Feinsand ist seine sehr feine Körnung. Während bei einer Korngröße von 0,63 bis 2 mm von Grobsand die Rede ist und bei 0,20 bis 0,63 mm von Mittelsand, sind Feinsandpartikel gerade einmal 0,063 bis 0,2 mm groß.

Damit ist Feinsand in einem Brunnen für das bloße Auge zunächst unsichtbar. Die winzigen Sedimentpartikel schweben frei durch das Wasser und lagern sich an ruhigen Stellen im Brunnen ab. Und genau hier liegt das Problem von Feinsand. Auch wenn er für den Menschen völlig ungefährlich ist, ist er für eine Brunnenpumpe äußerst schädlich.

 

Feinsandfilter für den Brunnen

Warum ist ein Feinsandfilter für einen Brunnen zu empfehlen?

Ohne einen Feinsandfilter kann sich das feine Sediment in den Dichtungsbereichen der Pumpen ablagern. Durch das durchströmende Wasser wirkt es zudem im Pumpengehäuse wie ein Schmirgelpapier auf die Förderschnecke und das Gehäuseinnere. Das beeinträchtigt letztlich die Funktions- und Leistungsfähigkeit der Pumpe. Aber auch die Ventile und Wasserhähne werden durch den eindringenden Feinsand beschädigt. Ohne Feinsandfilter können sich die Hähne mit der Zeit zusetzen und die Ventile nicht mehr ordnungsgemäß verschließen.

 

Wo wird ein Feinsandfilter im Brunnen montiert?

Für die Verwendung eines Feinsandfilters im Brunnen muss zunächst eine technische Unterteilung des Begriffes Feinsand in Siebkorn und Schlämmkorn erfolgen. Feinsand im Brunnenwasser ist sowohl Siebkorn als auch Schlämmkorn. Siebkorn kann mit handelsüblichen Filtern aus dem Brunnenwasser herausgefiltert werden. Diese filtern zuverlässig bis zu einer Korngröße von etwa 80 µm. Zum besseren Verständnis: Ein Siebkorn der Korngröße 80 µm entspricht einem Staubkorn mit 0,08 mm im Durchmesser.

Noch feiner ist Schlämmkorn. Dafür ist es für Pumpen aber weniger schädlich als das Siebkorn. Soll dennoch ein Feinsandfilter im Brunnen montiert werden, muss er vor der Brunnenpumpe im Schacht angebracht werden. Dadurch gelangt wirklich maximal nur noch das Schlämmkorn in das Pumpeninnere. Da sich aber auch Feinsandfilter im Laufe der Zeit zusetzen und ihre Filterfunktion damit erheblich nachlässt, können moderne Filter mittels einer Rückspülfunktion einfach gereinigt werden.

Je nach Betriebsstunden und der Menge an Feinsand im Brunnenwasser sollte der Feinsandfilter einmal jährlich erneuert werden.

 

Welche Feinsandfilter für Brunnen gibt es?

Feinsandfilter im Brunnenwasser sind mitunter sehr nützlich, wenn es darum geht, die Lebenszeit der Brunnenpumpe zu erhöhen. Doch falsch dimensioniert können sie die Fließgeschwindigkeit des Wassers in den Leitungen beeinträchtigen. Daher sollten die Feinsandfilter auf die Größe und die Leistung der jeweiligen Brunnenpumpe abgestimmt sein.

Denn was nützt Dir der beste Filter gegen Feinsand, wenn kaum noch Wasser aus der Wasserleitung kommt? Im Handel sind Feinsandfilter für Brunnenpumpen in den jeweiligen Rohrdurchmessern für den Brunnenschacht erhältlich. Üblicherweise wird hierbei die maximale Förderleistung mit angegeben. Dies kann wie folgt aussehen:

  • Feinsandfilter für PVC-Rohr DN 50 max. Förderleistung 1,3 m3/h auf 1 m Filterlänge
  • Feinsandfilter für PVC-Rohr DN 80 max. Förderleistung 2,6 m3/h auf 1 m Filterlänge
  • Feinsandfilter für PVC-Rohr DN 100 max. Förderleistung 2,4 m3/h auf 1 m Filterlänge

Da die Feinsandfilter in der Regel vor der Pumpe eingebaut werden, muss der Filterdurchmesser auf den Rohrdurchmesser des Brunnenrohrs abgestimmt sein.

 

Wie funktioniert ein Feinsandfilter im Brunnenrohr?

Bei Feinsandfiltern für den Brunnen handelt es sich um Filterrohre, deren Oberfläche mit Nuten und Rippen versehen ist. Diese sind in regelmäßigen Abständen durchbohrt. Zusätzlich ist das Filterrohr mit einem Schutzstrumpf aus Filtergewebe überspannt. Das Grundwasser kann ungehindert durch das Filtergewebe in das Filterrohr eindringen. Dabei bleibt aber der im Wasser schwebende Feinsand am Schutzstrumpf hängen. Somit wird die Brunnenpumpe im Schacht zuverlässig vor Sand geschützt.

 

Kann ein Feinsandfilter auch nach der Pumpe im Brunnen eingebaut werden?

Es gibt auch die Möglichkeit, den Feinsandfilter erst nach der Brunnenpumpe einzubauen. Derartige Filter ähneln in ihrer Funktion und Aufbau herkömmlichen Frischwasserfiltern der kommunalen Wasserversorgung. Diese sind meist direkt nach der Wasseruhr verbaut.

Solche Filter können Sandkörner bis 80 µm oder 80 Micron Größe herausfiltern. Doch anders als die Feinsandfilter vor der Pumpe schützen solche Filter eher die Wasserleitung im Haus vor Verschlämmung und Verunreinigung. Oft sind die Filter dabei so aufgebaut, dass sich die Poren entgegengesetzt zur Fließrichtung des Wassers wie ein Trichter vergrößern. Diese Tatsache hat einen entscheidenden Vorteil: Die Partikel können sich kaum noch in den Filterporen verklemmen. Damit ist eine Reinigung und Rückspülung leichter umsetzbar.

 

Was gilt es bei Feinsandfiltern im Brunnen zu beachten?

Allgemein gilt bei Filtern nach der Pumpe: Je feiner der verbaute Filter ist, desto weniger Wasser kann die Pumpe transportieren. Denn die engen Poren verringern den Durchfluss des Wassers durch den Filter. Dahingegen kann der Durchflussverlust bei Feinsandfiltern im Brunnenschacht durch die längere Filterstrecke ausgeglichen werden.